Sonntag, 26. Februar 2017

Kurztrip nach Seoul - Hongdae und Itaewon (24.-26.02.)

Hallo an euch alle! Heute (Sonntag) habe ich mir jetzt einmal die Zeit genommen, um euch von meinem Kurztrip nach Seoul, besser gesagt den Stadtteilen Hongdae und Itaewon zu erzählen.
Die etwas größere, überwiegend deutsche Gruppe hatte sich jetzt in den wenigen Tagen ganz gut etabliert gehabt und somit schmiedeten wir den Plan Freitag und Samstag in Seoul zu verbingen um überwiegend Party zu machen und die 2 Stadtteile ein wenig zu erkunden. Am Freitag trafen wir uns um 11:00 Uhr vormittags und fuhren dann mit dem Bus nach Juan wo wir dann in die Bahn umstiegen um direkt nach Seoul zu fahren.
So sehen die Gleise der Bahnen aus, sie haben entweder solche Mauern wie ihr hier sehen könnte oder kleine Mini-Absperrungen. Ich denke, dass diese vlt. dort sind um die Suizide zu vermeiden bzw. zu verringern (Südkorea hat die höchste Suizid-Rate der 13 - 30jährigen auf der ganzen Welt).
Auf dem Weg nach Seoul - in der Bahn!
Zunächst sind wir mit der Linie 1 bis Seoul Station gefahren, da wir eigentlich aus Spaß in einem "deutschen" Restaurant essen gehen wollten, als wir dort aber ankamen und die Preise gesehen haben... da haben wir uns doch dagegen entschieden und sind weiter in den Stadtteil Hongdae gefahren, wo wir 3 Zimmer in einem Hostel für uns alle gebucht hatten. Bevor wir ins Hostel gegangen sind, hat uns aber der Hunger überfallen und wir haben in einem kleinen Restaurant mittag gegessen - hier hat das Bilderrätseln und -raten nicht ganz so gut geklappt. Viele von uns haben dann letztendlich eine kalte Nudelsuppe bestellt (ich auch), was man auf dem Bild natürlich nicht gesehen hatte, denn dort war kein Eis drin (im Gegensatz zu unseren Schüsseln)... haha, naja, gut hat es geschmeckt, aber war halt saumäßig kalt! 
Gegen 14:00 Uhr haben wir dann in unserem Hostel "Hi Jun!" eingecheckt, welches sich nicht weit von der Haupt-Shopping-Laden-Essens-Party-Straße befand. Dort hatten wir zwei 4er und ein 3er Zimmer für die Nacht gebucht gehabt.




Als wir dann eingecheckt und unser Gepäck abgelegt hatten, hieß es dann noch ein wenig die Straßen von Hongdae erkunden, bevor wir dann abends feiern gehen würden.




Das Konstrukt auf diesem Foto fand ich besonders verrückt: mitten in der Stadt, in einer gequetschen Straße gibt es solch ein "Parkhaus"! Da sollte man lieber nicht sein Kind auf dem Rücksitz vergessen...
Während unseres kleinen Erkundungsspazierganges haben wir auch wieder ein Tier-Café entdeckt, welches ich dann NATÜRLICH besuchen musste!

In diesem "Pet-Café" gab es, wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann Hunde und Katzen. Gegen einen etwas teuereren Preis für ein Getränk nach Wahl, erhielt man "Eintritt" zu den Tieren. Diesmal waren sie aber eher scheu, vor allem die Katzen, die noch sehr klein waren.


 In diesem Café verging die Zeit so schnell, dass es dann schon fast plötzlich Abend war. Somit ging unserer kleine Gruppe von "Streichlern" zurück ins Hostel, wo wir "vorglühten" und lustige Spiele spielten. Später am Abend sind wir dann in den Club M2 gegangen - der von dem Hostel-Mitarbeiter wärmstens empfohlen wurde.
Liebe Familie und Freunde - nehmt es mir nicht übel, aber ja, auch ich trinke einmal Alkohol... ich bin Student, da muss ich das doch Ab und An mal machen! ;)
Auf dem Weg zum Club - vorher haben wir noch in einem kleinen Mini-Straßen-Restaurant Dumplings gegessen. Ich hatte frittierte, die waren mega lecker (leider habe ich kein Foto gemacht, aber ich zeige euch in einem anderen späteren Post noch wie Dumplings aussehen! Versprochen!)

Partytime im Club!
Der Clubaufenthalt war - Trommelwirbel bitte - der erste den ich je hatte. Somit kann ich jetzt schlecht vergleichen, wie is im Vergleich zu Deutschland ist, denn ich kenne die deutsche Version schlichtweg nicht. (Jaja... ich war immer ein braves Mädchen.) Nunja, aber was kann ich zum "Clubbing" erzählen: der Eintrittspreis war, zumindest wie ich empfand, mit 20.000 Won ziemlich teuer und auch die Garderobe war mit weiteren 5.000 Won auch ein erster Schock - ich wusste gleich, dass ich hier nichts trinken werde. Der Club selbst war ziemlich voll - ein Gedränge und Gequetsche ohne Enden, was jedoch der Stimmung keinen Schaden getan hat. Die Musik war Bombe, Tanzen hat Spaß gemacht. Jedoch schien es, dass wir die einzigen "Weißen" in dem Club waren, man erhielt öfter mal starrende Blicke und die Leute versuchten vermehrt mit uns zu tanzen. Die Koreaner scheinen - wenn sie dann einmal etwas getrunken haben - viel schneller aus ihrer Haut rauszukommen und diese Schüchternheit, die sie sonst tagsüber zeigen, abzulegen. Vielleicht auch etwas schneller als es gut wäre... haha, naja passiert. Nach ein paar vom Niveau eher unterdurchschnittlichen Erlebnissen in unserer Gruppe (einige aus unserer Gruppe hatten wohl engeren Körperkontakt als sie wollten - ich nicht, keine Sorge Oma, Mama und alle die sonst Angst haben könnten), hatten wir uns dann entschlossen, nach Hause zu gehen und zu schlafen - schließlich mussten wir ja auch um 11:00 Uhr aus unseren Zimmer auschecken. Nun ging es also wieder zur Garderobe, wo ein zweites Fiasko nahte: das Armband unserer Tasche, in der wir unsere Jacken verstaut hatten war weg... zum Glück hatte ich aber meinen Namen in einem Zettel für die Kontrolle bei Rückgabe. So erhielten wir dann nach vielem Zureden und schönen Augen machen (dem Mitarbeiter der Garderobe gegenüber) unsere Tasche und konnten dann endlich nach Hause und in die Betten fallen. Was für eine Nacht!
Nach viel zu wenig Schlaf sind wir dann am Samstag aus dem Hostel ausgecheckt und machten uns auf den Weg zum Seouler Stadtteil Itaewon - angeblich das Ausländerviertel schlechthin. Auf dem Weg dorthin sind wir an einem riesigen Laden vorbeigekommen - einen Kakao-Friends Store! Hier muss ich euch kurz erklären, dass man in Korea nicht wie in Deutschland Whatsapp nutzt um miteinander zu kommunizieren, sondern KakaoTalk. Das ist also eine App, die ganz ähnlich wie Whatsapp ein Chatprogramm ist, was vor allem von der Jugend genutzt wird. In diesem Chat gibt es auch spezielle Smiley und Emoticons, die verwendet werden um seine Gefühle auszudrücken und genau das sind die Kakao Friends! Hier werden die verschiedenen Smiley-Charaktere sehr vermarktet, sie sind süß und sind auf fast allem drauf, was es zu kaufen gibt!
Die ersten 2 Etagen waren reine Verkausläden, in der dritten Etage war ein kleines Café im KakaoTalk-Stil! Hier hätte ich ewig bleiben können, alles war so süß!
 "Leider" wollten wir dann aber weiter und auch ich musste mich von diesem unglaublich tollen Laden verabschieden. Mit der Bahn erreichten wir Itaewon sehr schnell und konnten uns dort ein wenig beim Schmökern die Beine vertreten.




 In Itaewon selbst war recht wenig los - was aber sicherlich auch daran lag, dass es Sonntag Mittag/ früher Nachmittag war und somit viele Läden geschlossen waren bzw. nur sehr wenig Menschen unterwegs waren. An einer Sache kam ich aber nicht dran vorbei - Socken! Auf dem Fußweg der Hauptstraße waren viele kleinere Läden, darunter auch ein Sockenladen, bei dem ich einfach anhalten musste. Für nur 1.000 Won (geschätzt würde ich sagen so circa 80 Cent) gab es Socken mit den verschiedensten Mustern und Aufdrucken! Ich war im 7. Himmel und habe zugegriffen!

Meine Errungenschaften des Tages! Elsa und Mario sind natürlich für Kati und Jan gedacht, ich habe meine Geschwister nämlich sehr lieb. (Für riesengroße Latschen ist das Land hier aber nichts, auch ich mit meiner Schuhgröße 39 bin ein "Big Foot" im Vergleich zu den kleinen asiatischen Füßchen.)
Gegen 15:00 Uhr sind wir dann wieder in Richtung Seouler Stadtzentrum gefahren, weil sich dort auch der Streetfood-Market befand und bei uns so langsam der Magen wieder anfing zu knurren. Auf dem Weg dorthin sind wir an einer Art Tor vorbeigekommen: dem Sungnyemun Gate. Was ziemlich cool dabei war, ist der Fakt das Tradition und Moderne so nah beieinander liegen - links die Hochhäuser und eine riesige Straße und rechts dieses Tor, einfach unglaublich.






Vielleicht erzähle ich an dieser Stelle kurz, was ich online zu diesem Gate gefunden habe:
Das Namdaemun (kor.: „großes Südtor“; offizieller Name: Sungnyemun: „Tor der ehrwürdigen Sitte“) ist eines der drei verbliebenen historischen Stadttore der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.
 Das Namdaemun war das größte Holzgebäude in Seoul und wurde ursprünglich im Jahr 1395 unter König Taejo erbaut. Im Jahr 1447 wurde es während der Herrschaft des Königs Sejong grundlegend umgebaut.
Die damals gebaute Stadtmauer wurde ursprünglich gebaut, um die Stadt vor Tigern zu schützen. Die Tore wurden täglich geöffnet und geschlossen. Um dies zu signalisieren, wurde eine laute Glocke geläutet. Die Mauer, welche ab 1907 abgerissen wurde, steht heute nur noch teilweise auf Hügeln im Norden und im Süden der Stadt.
Während des Koreakriegs wurde es schwer beschädigt, aber 1962 repariert. Am 20. Dezember 1962 wurde es zum Nationalschatz Nr. 1 erklärt.

Nachdem wir durch das Tor gegangen waren, hörten wir wie unglaublich viele Menschen lautstarkt demonstrierten. Da wir etwas weiter weg waren (und sehr hungrig) sind wir nicht näher heran um eventuell das ein oder andere zu lesen oder zu hören. Ich nehme an, dass es eine Demonstration für oder gegen (wahrscheinlich eher gegen) die aktuelle Präseidentin Südkoreas war, die in einen Korruptionsskandal verwickelt ist.
Ich weiß, ich weiß... man sieht nicht sehr viel, aber man kann durchaus die vielen Flaggen erkennen und (wenn man etwas reinzoomt) auch die Menschenmassen.


Ein paar Minuten später sind wir dann (endlich) an unserem Ziel angekommen: der Streetfood-Market! Hier gibt es dicht and dicht auf der Straße alles mögliche was man sich wünscht - entweder frisch zubereitet oder auch roh zum mitnehmen! Anbei jetzt auch gleich ein paar Eindrücke:




 
Nachdem jeder etwas gefuttert hatte und vorerst gesättigt war, sind wir noch die weiteren kleinen engen Straßen (eher Gassen) entlanggegangen, wo dann auch alles mögliche verkauft wurde - und nicht nur Essen. Von Taschen über Schuhen über Uhren, Gürtel ... etc., alles war da.
Während unseres Spazierganges sind wir übrigens auch an der "Bank of Korea" vorbeigekommen. Da musste ich gleich an meinen Papa denken und habe ein Foto geschossen:
Tadaaaa - die Bank of Korea!
Langsam aber sicher war es nun später Nachmittag bzw. schon fast Abend und unsere Entdeckungstour ging so langsam auf die Füße. Somit sind wir dann wieder nach Incheon gefahren. Diesmal dauerte dies aber gute 2 bis 2,5 Stunden, da (durch die Demo) so viele Menschen unterwegs waren, dass wir einfach nicht in die Bahnen reingekommen sind und uns dann, als wir endlich drin waren in einer, auch kurzfristig verfahren hatten! So ein Mist! Aber keine Angst - wie ihr hier durch mein Schreiben euch denken könnt, haben es letztenendes alle sicher nach Hause geschafft! Ich bin wie tot ins Bett gefallen und nur kurz für den Record: an diesem Samstag bin ich insgesamt gute 17km gelaufen! Ich war fertig.
Dementsprechend lasse ich es heute ruhig und entspannt angehen, eine Erholung ist echt bitter nötig. Nachdem ich ausgeschlafen hatte bin ich nur kurz mit Susanna (eine polnischen Studentin, die auch an den Vortagen mit dabei war) zusammen einkaufen gegangen. Zwar haben einige Läden sonntags zu, aber nicht alle - was wirklich gut war, denn ich hatte fast nichts mehr Zuhause. 
Und ja, jetzt sitze ich hier am Schreibtisch und tippe euch meinen kleinen Bericht, mehr wird sicherlich auch nicht mehr passieren, es ist doch schließlich Sonntag. ;)

Morgen geht dann die Uni los, mal sehen was da auf mich zukommen wird!

Liebe Grüße aus dem kalten Korea! 
Eure Isabelle